Sep
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Glaubenskrieg um schwulen Schützenkönig

Der Münsteraner Getränkehändler Dirk Winter war im Juni diesen Jahres in Münster-Kinderhaus Schützenkönig geworden und hatte seinen langjährigen Lebensgefährten Oliver zur “Schützenkönigin” erkoren. Ermutigt dazu hatten ihn seine Vereinskameraden. Und das hat dann unter den Traditionsschützen für Diskussionsstoff gesorgt und einen regelrechten Glaubenskrieg um den schwulen Schützenkönig ausgelöst. Grund dafür, die Schützenbruderschaft St. Wilhelmi aus Münster ist Mitglied im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft und untersteht damit auch deren Grundsätzen. Und die sind nun mal ziemlich katholisch.

Die Gay-Szene fühlte sich angegriffen, Schwulen- und Lesbenverbände waren empört. Endresultat der Diskussionen, der schwule Schützenkönig darf zwar Mitschießen und Mitmarschieren, aber danach hörts auf. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft hat Dirk Winter und seiner Schützenkönigin untersagt, bei Veranstaltungen wie dem Landesbezirks-Königsschießen in Horstmar oder dem Bundesschützenfest in Harsewinkel als Paar nebeneinander herzulaufen. Ein ziemlich fauler Kompromiss. Ob ein Mensch jetzt neben einem anderen herläuft oder nicht, das macht ihn doch nicht weniger lesbisch/schwul. Dank den Medien weiss doch jetzt Jedermann und Jedefrau Bescheid.

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